Customizing im Fachbereich mit BPMN! Kann das funktionieren?
von :Letzens in einem bekannten Business-Process-Management (BPM) Forum über die praktische Anwendbarkeit von BPMN (und ähnlichen Prozess Modellierungstechniken) in der IT und im Fachbereich!
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Ein wesentlicher Bestandteil des Prozess-Managements ist das Design/das Modellieren von Prozessen. Ja nach Reifegrad des Unternehmens in bezug auf BPM wird dies mehr oder weniger intensiv bzw. mehr oder weniger strukturiert durchgeführt! Wer hat nicht schon einmal einen Prozess als EPK o.ä. aufgemalt. Solche groben, einfachen Ansätze sind in der Tat mittlerweile sehr weit verbreitet.
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Prozess-Modellierung möglichst detailliert!
Das Modellieren von Prozessen als Basis für eine modellgestützte IT Anwendungs-Generierung erfordert jedoch einen weitaus höheren Detailierungsgrad, der nur mit einem sehr hohen Aufwand erreicht werden kann. Dies hat dann rein gar nichts mehr mit einfachen Visio-Charts o.ä. zu tun.
Dem entsprechend ist die produktive Nutzung/Verbreitung in den Unternehmen erst sehr gering. Wieviele Unternehmen bzw. Fachbereiche haben Sie schon erlebt, die selbständig Prozessmodellierung mit einer im Detail hoch komplexen Notation durchführen? In wirklich großen Unternehmen wäre dies ja noch vorstellbar, aber für die breite Masse ist dies m.M. reine Theorie.
Insbesondere muß hier auch die Kosten-Nutzen Frage gestellt werden. Der Aufwand rentiert sich nur für einzelne, wichtige Kernprozesse. “Flächendeckend” für alle oder zumindest viele Prozesse zahlt sich der Aufwand m.M. einfach nicht aus.
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Applikationen automatisiert designen!?
Der zu erwartende Nutzen eines detaillierten Prozess-Designs muss den Aufwand für die Erstellung rechtfertigen. Eines dieser Argumente/Ergebnisse kann ein automatisiertes Custimizing von IT Applikationen sein. Die Annahme besteht darin, dass der Aufwand für die Erstellung und Anpassung von IT Anwendungen direkt aus den Prozess-Modellen abgeleitet werden kann. Dies würde damit auch ein Verlagern des Aufwands für das Design von der IT-Abteilung hin in die Fachabteilungen bedeuten.
Es muss sich dabei aber um einen sehr weit entwickelten Fachbereich handeln, wenn dieser Prozesse modelliert, um daraus direkt IT Anwendungen generieren zu können – und das noch auf Basis einer komplexen Notation (z.B. BPMN). Diese integrierte Prozessmodellierung ist – zumindest heutzutage -wohl noch eher Wunschdenken denn Realität.
Das Vorhaben scheitert weniger an der technischen Machbarkeit – Lösungen dafür gibt es bereits – als vielmehr an der Bedienung, d.h. am notwendigen Wissen. Prozessmodellierung wird weiter eine Methode für Spezialisten bleiben – auch für Spezialisten in der IT und noch mehr in Fachbereichen!
Toolbox/Modul Customisation – Die Lösung?
Mehr Erfolg versprechen standardisierte Baustein Ansätze, wo nicht jede einzelne Aktivität modelliert werden muss, sondern wo vorgefertigte Module (mit komplexer Funktionalität) über variable Schnittstellen miteinander verknüpft werden und sich so in Summe auch ein Prozess modellieren und customizen läßt.
Es ist damit natürlich nicht jede Feinheit modellierbar! Trotzdem lassen sich die großen Blöcke gestalten. Dies bedeutet eine Reduktion der Komplexität und damit einhergehend eine Erhöhung der Anwendbarkeit und Praxistauglichkeit.
Dieser Ansatz ist nicht wirklich neu – Baukästen als Module, Funktionsbausteine, Methoden etc. gibt es schon seit langem. Neu ist die wirkliche Integration mit dem Busines Process Management! Man baut nicht einzelne Funktionen, sondern man baut Prozesse. Neu ist auch das Einbetten in Design Werkzeuge, die auch eine Anwendung durch Fachbereiche – also nicht IT Spezialisten – möglich machen!
